Stimmtransition für trans* und nichtbinäre Menschen

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Wie erhalte ich eine Verordnung /Rezept für die Stimmtransition?

Eine Heilmittelverordnung (Rezept) wird in viele Fällen von einer HNO-, oft auch von einer Hausarztpraxis ausgestellt. Auch Phoniater (Fachärzte für Stimm- und Sprachstörungen) oder Universitätskliniken stellen Verordnungen aus. Die Kosten werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Warum sollte ich zur Logopädie gehen?

Ohne fachliche Anleitung kann es schnell zu Heiserkeit und einer falschen Beanspruchung der Stimme kommen, dadurch kann unter Umständen eine Stimmstörung entstehen.  Es geht z.B. in der Stimmfeminisierung nicht nur um eine moderate Erhöhung der
Tonlage, sondern auch um eine weibliche Sprechweise und darum, durch bestimmte Techniken und Tools, die Stimme gezielt einzusetzen. Diese Techniken werden gezielt aufgebaut und erprobt. Dann wird die neue Sprechweise Schritt für Schritt in den Alltag eingebaut. Dabei ist ein fachliches Feedback hilfreich, um die eigene Stimmwahrnehmung zu schulen. Ziel ist, die Stimme dauerhaft gesund und belastbar zu halten.

Wann beginne ich mit der Stimmtransition?

Du kannst jederzeit mit der Stimmtransition beginnen, es gibt keinen falschen Zeitpunkt oder eine vorgeschriebene Reihenfolge. Das Training ist unabhängig von Hormonen oder Operationen ein guter Weg, um Deine Stimme an Deine Identität anzupassen. Eine Stimmtransition kann vor oder während einer Hormonbehandlung begonnen werden.

Wie lange brauche ich für eine Stimmtransition?

Eine Stimmangleichung kann ein komplexer Prozess sein, braucht Geduld und Zeit für eigenes Üben und Erproben der Stimme im Alltag. Die Stimmlippen sind Muskeln, die für das neue Zusammenspiel trainiert werden müssen. Dies ist wie ein Hochleistungssport. Wichtig ist, sich täglich einige Minuten Zeit zu nehmen, um neue Techniken aus der Therapie zu wiederholen und zu verinnerlichen. Denn es geht schließlich auch darum, dass Muskelgedächtnis zu trainieren. Der Zeitraum für die Therapie ist individuell unterschiedlich und kann 6 bis 9 Monate in Anspruch nehmen. Auch kommt es vor, dass erst einmal 10-20 Sitzungen stattfinden und nach einer Pause die Sitzungen noch einmal fortgesetzt werden.

Was ist die LaKru Methode?

LaKru ist ein Trainingskonzept, welches von Thomas Laschheit und Stephanie Kruse, (LogopädInnen) für Menschen entwickelt wurde, die ihren Stimmklang an ihre Geschlechtsidentität anpassen möchten. Die Methode geht davon aus, dass die Anatomie (also die Größe von Kehlkopf, Stimmlippen usw.) nicht verändert werden kann. In der Stimmtransition geht es darum, diese Strukturen erst einmal kennenzulernen und dann anders zu benutzen, z.B. die Stimmlippen in ihrer Funktion eher in dünner als in dicker Masse schwingen zu lassen. Dadurch kann die Stimme leichter und weiblicher klingen. Die Stimme wird mehr in der Kopf- als in der Bruststimme genutzt. Weitere Bausteine sind der Einsatz der Taschenfalten (Gewebefalten oberhalb der Stimmlippen), diese sollen beim Sprechen in einer weiten Stellung gehalten werden, damit es nicht zu einer zu starken Verendung des Raumes oberhalb der Stimmlippen kommt.

Auch wird eine Erhöhung der Kehlkopfposition angestrebt: Diese erhöhte Position verändert den Stimmklang in eine hellere Klangfarbe, diese wird wiederum weiblicher empfunden. Der Twang (bezeichnet eine Verengung des Raumes oberhalb der Stimmlippen vor allem durch ein Absenken des Kehldeckels) bewirkt eine tragfähigere Stimme und wird auch im Gesang genutzt. Im letzten Schritt werden alle Bausteine kombiniert (die sogenannte Hügelübung), so dass ein individueller Stimmklang entsteht, der zur Person passt. Wichtig ist, dass Du Dich mit Deiner Stimme identifizieren kannst, Ziel ist, dass jede Person ihre Stimme findet! 


Avatar von Susanne Büning

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