Stottertherapie mit Kindern
In der Therapie mit stotternden Kindern spielt die Elternberatung und -begleitung eine große Rolle. Zunächst gilt es, beginnendes kindliches Stottern von entwicklungsbedingten Unflüssigkeiten zu unterscheiden. Handelt es sich um echtes Stottern, klärt die Therapeutin Sie als Eltern sorgfältig über die Zusammenhänge und individuellen Risikofaktoren für Ihr Kind auf. In aller Ruhe besprechen wir, mit welchem Verhalten und welchen Interventionen Sie Ihr Kind darin unterstützen können, wieder in ein flüssiges Sprechen zu finden.
Je nach Persönlichkeit und Entwicklungsstand des Kindes sowie nach Stärke der Symptomatik kommen verschiedene Therapiemethoden zum Einsatz: indirekte oder direkte Methoden, spielerische Anbahnung einer Modifikationstechnik („Frosch-“ oder „Schneckensprache“), modellhafte Übernahme druckfreien Sprechens (ggf. unter Einbeziehung der Identifikationsfiguren Lämmi und Nili, die langsam und weich sprechen) oder Maßnahmen zur Förderung des allgemeinen Sprachstandes.
Stottertherapie mit Jugendlichen und Erwachsenen
Was ist Stottern?
Stottern ist eine motorische Unterbrechung des Redeflusses in Form von unwillkürlichen Wiederholungen („zum B-B-B-Beispiel in di-di-dieser Weise“), Dehnungen („einige Wwwwörter ziehen sssssich unbeeeeeabsichtigt in die Lllllänge“) und Blockaden (Wörter stecken fest und können nur mit Druck herausgepresst werden). Diese Symptome ereignen sich unwillkürlich und können nicht ohne weiteres beeinflusst oder gar unterlassen werden.
Was ist die Folge?
Sobald eine Person, die von Stottern betroffen ist, ihr Stottern deutlich bemerkt entwickelt sie meist automatisch Sekundärsymptome, die das Stottern zu einer komplexen Kommunikationsstörung ausweiten: Scham, Angst, Frustration, Vermeidungsverhalten, Ankämpfverhalten, unwillkürliche Mitbewegungen und eine Sprechweise, die gekennzeichnet ist von dem Versuch, das Stottern zu umgehen (reduzierter Wortschatz, vereinfachte oder auffällige Grammatik, viele Füllwörter, Synonyme, überhastetes Sprechen etc.)
Was kann Therapie dann leisten?
Mit Hilfe einer Stottertherapie kann die betroffene Person lernen, mit ihrem Stottern entspannter und offener umzugehen, ihr Vermeidungsverhalten abzubauen, druckfreier zu sprechen und ggf. eine Modifikations- oder Sprechtechnik anzuwenden.
Eine einfache oder komplette Heilung des Stotterns ist nicht wahrscheinlich (und wissenschaftlich nicht nachweisbar). Wohl aber eine deutliche Besserung der Symptomatik und des Leidensdrucks, oftmals bis hin zu einem weitgehend ungestörten Redefluss. Je entspannter, offener und souveräner der Stotternde mit seinem Handycap umgehen kann, desto größer die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich immer flüssiger zu sprechen.
Wie können Sie, als vom Stottern betroffene Person, zum Therapieerfolg beitragen?
Hilfreich sind eine große Motivation und Veränderungsbereitschaft sowie das Bewusstsein, aktiv am Prozess der Veränderung mitwirken zu müssen.
Was dürfen Sie von der Therapeutin erwarten?
Die Therapeutin wird die Therapie individuell an Ihre Person und Ihre spezifische Symptomatik anpassen. Dazu stehen verschiedene Therapiemethoden und -bausteine zur Verfügung (Entspannungsmethoden, Desensibilisierung, Stottermodifikation, Fluency Shaping, Übungen zum Advertising, In-vivo-Übungen, gesprächstherapeutische Elemente sowie flankierende Maßnahmen aus der Stimmtherapie, der Theater- und Gesangspädagogik).
Die Therapeutin begleitet Sie in Ihrem individuellen Entwicklungsprozess auf der Grundlage langjähriger und umfassender Erfahrung – nicht zuletzt auch als ehemals selbst von Stottern Betroffene.









